Sonntag, 14. Juni 2020
MIRROR
Dieser Beitrag ist zweisprachig.
Als erstes kommt Englisch (fragen Sie nicht, warum)
und darunter übersetze ich alles.
(Bitte seien Sie nicht zu streng mit Fehlern. :) )
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My mother's car reached the apartment of my grandparents, so I was about to grab my bag and exit the car when I heard her say: "*Name* is also there."
Oh my god, I thought. Not her.

You see, I have nothing against my cousin (nothin' that helps). She is not rude or anything, but I always feel uncomfortable when she's around.
Since we were little (she was, like, two years old and I was, like, ten), she has always wanted me to play with her though I sometimes only wanted some "goddamn peace and quiet", but SHE wants me to act, HER PARENTS want me to act, OUR GRANDPARENTS want me to act, short, everyone. So I've had to play with her everytime, afraid of doing something wrong or of her copying me, which she loves. When I was drawing something that should describe me as a person, she wanted me to teach her or to draw the same for her. It felt depressing that I not only had to spend my freetime with her, no, I also had to teach her things I wanted to keep for myself, since there is not actually something I'm good at.
Once, I was drawing something (it was the word "devil", but I was trying to make the word look good), she asked our grandmother for a piece of paper, took my pens and started copying.
Annoyed, I simply took my arm and lay it onto the drawing.
"Please take your arm away", my uncle said.
"No."
"Hannah, you're acting childish. Take your arm away and let her draw this."
Angry at both of them, I took my arm away and felt my heart hurt a little.
Since then I've always tried to find things I'm good at (which is hard since there is nothing) and keep them to myself. And I still do so. I hate teaching people things who might get better than me. I know it's childish, really, but it feels terrible for me.

"Oh, no", I said, not trying to pretend this time.
"Do you want me to take you back home?"
My grandparents had invited me to eat at their place, so I couldn't simply back off.
I sighed. "No, it's fine."
"Do you want me to pick you up sooner?"
"No."
Three o'clock is a good time, I thought, got out of the car and ignored the window while walking towards the front door. After ringing the bell (which wasn't neccessary since I had already been spotted, obviously), I entered the apartment and put on a fake smile. I greeted everyone with a hug, since this was an expected move of courtesy, except my cousin who was standing behind her father's chair, and therefore out of my reach. I shook her hand.
"The adults" started talking, so I pretended being interested in my cousin and watched a video of her riding a horse, telling her how good she is at riding.
This is animal abuse, I thought and asked her how long she had been riding now.
"Five, six years."
I put on an impressed look and then turned away from her.
Enough for now, I thought, breathing in and out ... and coughed. Stupid lungs.
My uncle and my cousin stayed for, like, one hour and thirty minutes and I tried to look like being in thoughts though I was actually trying to ignore her obvious gazes. They also stayed for lunch which was, no surprise, not enough for everyone.
I hope my stomach doesn't make noises now, I thought while watching my grandmother take away my plate and saying "thank you" to her.
After eating a bit of vanilla ice cream with chocolate, I took out my notebook and scribbled something into it, in English of course.
They decided to leave and my cousin stood behind me, looking over my shoulder to read.
I hate you, go away, I thought, grinning, and the she took a step aside, pointing at one word.
"That's *name of grandfather*, right?"
"Yes", I simply said.
"One point for me", she said as she was walking away.
"There are no points!", I yelled after her.
"One point for me!"
"No", I whispered to myself.
They left, leaving an apple, one bite taken, behind.
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Das Auto meiner Mutter erreichte die Wohnung meiner Großeltern, also wollte ich meine Tasche nehmen und aussteigen, als meine Mutter sagte: "*Name* ist auch da."
Oh mein Gott, dachte ich. Nicht sie.

Wissen Sie, ich habe nichts gegen meine Cousine (nichts, das hilft jedenfalls). Sie ist nicht unhöflich oder so, aber ich fühle mich immer unwohl, wenn sie in der Nähe ist.
Seit wir klein waren (sie war vielleicht zwei und ich vielleicht zehn), wollte sie immer, dass ich mit ihr spiele, auch, obwohl ich meistens einfach nur meine Ruhe wollte, aber SIE wollte, dass ich agierte, IHRE ELTERN wollten, dass ich agierte, UNSERE GROßELTERN wollten, dass ich agierte, kurz, alle. Also musste ich jedes Mal mit ihr spielen, mit der Angst, etwas falsch zu machen, oder dass sie mich kopierte, was sie liebt. Wenn ich etwas am Malen war, dass meine Person beschreiben sollte, wollte sie, dass ich es ihr beibringe oder ihr dasselbe erneut male. Es fühlte sich deprimierend an, nicht nur meine Freizeit zu verbringen, nein, ich musste ihr auch Dinge beibringen, die ich eigentlich für mich behalten wollte, da es nichts gibt, das ich wirklich gut kann.
Einmal war ich etwas am Malen (es war das Wort "devil", aber ich war das Wort noch am Verzieren), fragte sie unsere Großmutter nach einem Blatt Papier, nahm meine Stifte und begann, abzuzeichnen.
Genervt legte ich meinen Arm auf mein Bild.
"Nehm bitte deinen Arm weg", sagte mein Onkel.
"Nein."
"Hannah, du benimmst dich kindisch. Nehm deinen Arm weg und lass sie abmalen."
Wütend nahm ich meinen Arm weg und fühlte mein Herz schwer werden.
Seitdem versuche ich immer, Dinge zu finden, die ich gut kann (was schwer ist, da es nichts gibt) und diese für mich zu behalten. Und das tue ich immernoch. Ich hasse es, Leuten Dinge beizubringen, die sie dann besser können als ich. Ich weiß, es ist kindisch, aber für mich fühlt es sich furchtbar an.

"Oh nein", sagte ich, diesmal ohne zu schauspielern.
"Willst du, dass ich dich wieder mitnehme?"
Meine Großeltern hatten mich zum Essen eingeladen, also konnte ich nicht einfach kneifen.
Ich seufzte. "Nein, schon gut."
"Soll ich dich früher abholen?"
"Nein."
Drei ist eine gute Zeit, dachte ich, stieg aus und igorierte das Fenster, während ich zur Eingangstüre ging. Nachdem ich die Klingel betätigt hatte (was unnötig war, denn man hatte mich bereits gesehen), betrat ich das Gebäude und setzte ein gespieltes Lächeln auf. Ich begrüßte alle mit einer Umarmung, da es ein erwarteter Akt der Höflichkeit war, außer meine Cousine, denn sie stand hinter dem Stuhl ihres Vaters und damit außerhalb meiner Reichweite. Ich reichte ihr die Hand.
"Die Erwachsenen" begannen, sich zu unterhalten, also tat ich so, als wäre ich an meiner Cousine interessiert und sah mir ein Video von ihr beim Reiten an. Ich lobte sie.
Das ist Tierquälerei, dachte ich und fragte sie, wie lange sie schon reitet.
"Fünf, sechs Jahre."
Ich setzte einen beeindruckten Gesichtsausdruck auf und drehte mich weg.
Genug davon, dachte ich und atmete ein und aus ... und hustete. Blöde Lunge.
Mein Onkel und meine Cousine blieben für ungefähr anderthalb Stunden und ich versuchte, so zu wirken, als wäre ich in Gedanken, während ich ihre auffälligen Blicke ignorierte. Sie blieben unter anderem auch für's Mittagessen, welches, wie erwartet, nicht für alle reichte.
Hoffentlich knurrt mein Magen nicht, dachte ich und bedankte mich bei meiner Großmutter, welche meinen Teller vom Tisch entfernte.
Nachdem wir Vanilleeis mit Schokolade gegessen hatten, nahm ich mein Notizbuch und kritzelte hinein, auf Englisch selbstverständlich.
Sie entschieden sich zu gehen und meine Cousine stellte sich hinter mich und warf einen Blick über meine Schulter, um zu lesen, was ich geschrieben hatte.
Ich hasse dich, geh weg, dachte ich und grinste.
"Da steht *Name vom Großvater*, richtig?"
"Ja", sagte ich kurz.
"Ein Punkt für mich", sagte sie und entfernte sich.
"Es gibt keine Punkte!", rief ich ihr hinterher.
"Ein Punkt für mich!"
"Nein", flüsterte ich.
Sie gingen und ließen einen angebissenen Apfel zurück.

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